Konzepte

1 Konzepte

1.1 Jon Mathieu: Von aussen Naturraum von innen Kultur- und Lebensraum.1

Aussen Natur – Innen Kultur. Dorfkultur aus der Natur. ( räumlich und zeitlich sowie logisch alpine (landwirtschaft) und elitär (Jagd, edle, bis FJ Strauss) ) Vor/ Alpine Dorfkultur aus der / inmitten der / von Natur

Vom welfischen Jagdsitz zum Naturresevat / Vereinsheim

1.2 Werner Bätzing2

z: 900 Jahre Verantwortung für Natur und Kultur Verantwortung für eine voralpine Kultur aus der Natur Vom welfischen Jagdsitz zum Refugium einer / zu einer noch intakten / voralpinen bäuerlichen Kulturlandschaft Eine Natur- und Kulturgeschichte Verantwortung übernehmen für eine alte bäuerliche Kulturlandschaft. Entstehen ein voralpinen bäuerlichen Kulturlandschaft aus wilder Natur. Vom Jagdsitz/Revier zu einer alten / noch intakten / erhabenen bäuerlichen Kulturlandschaft in den Vor/Alpen Sz der Hochgarten Marktoberdorfs. Sz: keine ökonomische Fremdbestimmung, z.B. durch eine Supermarkt-Kette (aber natürlich z.B. durch Fendt) Dorf pur

Ziele: Erhalt der jahrhundertealten dörflichen Strukur (materiell: Architektur) und immateriell (Religion, Kommunikation, d.h. Kirche und Vereine, Sozialstruktur). Erhalt der traditionellen bäuerlichen Kulturlandschaft im Gemeindebezirk (Wiesen, Wälder, Moore), keine Wildnisgebiete! Incl. Sagen, Mythen, Orts- und Flurnamen(S.111), Artenvielfalt, ökologische Stabilität, Verantwortung übernehmen für den eigenen Lebensraum

Bausteine: Vereinsheim / Feuerwehrhaus Landwirtschaft / Forstwirtschaft / Jagd / Arbeitsplätze in der Nähe nachhaltiger Natur-und Kulturschutz der bäuerlichen Kultur Enge Zusammenarbeit von Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft 112): Umwelt- und sozialverträgliche Landwirtschaft.

To do: Wohnen im Ort für die junge Generation ermöglichen Alte Höfe sinnvoll weiternutzen (große Herausforderung): muss funktional und ökonomisch sinnvoll sein Landwirtschaft sanft anpassen an Kulturraum ? (E.coli raus, weniger Düngen, dafür weniger Moorprojekte). Sulzschneider regionale Qualitätsprodukte herstellen (Logo, Markenzeichen Sz): was gibt es nur hier?

Exzeptionell gute Voraussetzungen: noch kein Gewerbegebiet, keine Durchgangsstraßen, keine Bausünden, keine Fremdinvestoren, kein Tourismus, keine Ferienwohnungen, keine Überfremdung durch Großkopferte, ) trotzdem gute Anbindung an urbane Zentren (MOD, KE, Augsb, München), d.h. an wichtige Infrastruktur. Reibungsloser Übergang von Landwirtschaft in andere Tätigkeiten (Produktion von Landw. Geräten statt Landwirtschaft,

SZ: 2 Migrationswellen, eine davon heute noch namenprägend für Ort /nickname und Schützenverein: 1. aus dem Tirol: Kleintirol, Kleintiroler Standschützen, wahrscheinlich überlebensnotwendig, da nach Krieg und Pest nahezu entvölkert. 2. aus Sudetenland: Bevölkerung um 50% gestiegen, gut integriert.

2 Ideen für eine Gliederung

Was ist Sulzschneid? Wie ändert sich dieser Begriff von Sulzschneid in Raum und Zeit?

  • ein Name: Sulzschneid
  • ein geographischer Begriff (Sulzschneider Moore)
  • ein wirtschaftsgeographischer Begriff: Sulzschneider Forst, Flure,
  • ein administrativer Begriff: Vogtei,d.h. die Höfe und Hofbesitzer, die Abgaben zu entrichten haben und deren Rechte über sie (gericht, Steuern, Reis, Dienste)
  • Hochstiftlicher Begriff: entspricht im wesentlichen dem Vogtei-Begriff
  • ein kirchlicher personenbezogenen Begriff: Pfarrei, Seelen, Pfarrpfründe
  • ein sozialer Begriff: Dorf d.h. alle Höfe des Ortes (materielle Definition) und deren Bewohner (incl. Gesinde etc?) d.h. die Häuser? die Abgabenpflichtigen (Hofbesitzer), die Familien?, die Pfarrabgabenpflichtigen? Alle Bewohner incl. Wanderarbeiter? Die Tiere, Die Fluren (Gemarkung), die Vereine? die Vierer?
  • ein polititscher Begriff: Gemeinde, Stadtteil
  • ein ökologischer Begriff: Naturraum-Reservat
  • ein herrschaftlicher Begriff: Wer war die politische Führungsperson von Sulzschneid?
  • kommunaler Begriff (Blickle): gemeinsamer Erfahrungsraum (siehe Zitat unten) Dorfgemeinde, freie Bauern etc.

3 Zitate über Sulzschneid (Ideengeschichte)

3.1 Hochstift Augsburg 1650

3.2 Johann Nepomuk von Schaden um 179034

Johann Nepomik von Schaden kam dem Aufruf von Kurürst Clemens Wenzeslaus von 1785 nach, eine Beschreibung des Pflegamts Oberdorf zu verfassen. Diese sollte bis 1787 fertiggestellt sein, er übernahm das Pflegamt jedoch erst 6 Monate zuvor. Seine Beschreibung war auf 4 Bände angelegt, wobei er die Vogtei Sulzschneid in Band 3 abhandeln wollte. Allerdings stellte er nur den Einfuhrungsband (Band 1) sowie den Band über die Pfarrei Sulzschneid und einige andere Pfarrein (Band2) fertig. Band 1 enthält einige Notizen über die Forstgebiete von Sulzshneid5 Interessant ist dabei das rationale Vorgehen sowohl von Kurfürst Wenzeslaus als auch von Johann Nepomuk von Schaden bei der Beschreibung. Das Zeitalter der Vernunft hat sich auch im Hochstift Augsburg ausgebreitet.

Ziel der Beschreibung war es, eine Bestandsaufnahme des Pflegamts zu dessen besserer Verwaltung und Nutzung zu erstellen.

3.3 Pfarrer Isidor Lechner 1829:6 Überlieferungsgeschichte und Zweck der Aufzeichnungen

Um der allerhöchsten Aufforderung vom vorigen Jahre – die Sammlung vorhandener Alterthümer, Kunstwerke, und anderer geschichtlicher Notizen im Oderdonau-Kreiße betreffend – zu entsprechen, versuchte es der gehorsamst Unterzeichnete, über den uralten Ort Sulzschneid und dessen ehemalige Besitzern, den Edlen von Hohenegg, einige Notizen zu sammeln, und dieselbe in der Anlage einem königl.Prafidio unterthänigst vorzulegen. Diese erwähnten Notizen sind freylich sehr unvollständig und ungeordnet, wegen Mangel an Urkunden über die Herrschaft Sulzschneid und die Edlen v. Hohenegg und wegen Mangel der älteren Pfarrbücher, welche selbst zu Oberdorf als der ältesten Pfarrey in der Umgebung nur bis zum Jahre 1612 reichen. Der gehorsamst Unterzeichnete hatte daher keine anderen Quellen, aus welchen derselbe einige Notizen schöpfen konnte, als ein beym Königl. Landgerichte Oberdorf vorliegendes Gantinventar über die hoheneggische Herrschaft Sulzscheid, einige Notizen von dem vormaligen Pfleger zu Oberdorf [Johann Nepomuk] von Schad, die Diözesen Geschichte v. Augsburg, einige Urkunden des Stifts St. Mang in Füssen und wenige Bemerkungen in den Pfarrbüchern und Akten der Pfarrey. In diesen wurde alles gesammelt, was sich zu obigem Zwecke eignete7.

Lechner betont das Alter und die Vorbesitzter von Sulzschneid “den uralten Ort Sulzschneid und dessen ehemalige Besitzern, den Edlen von Hohenegg”. Zudem beklagt er die schlechte Quellenlage für seine Ausführungen, aber er möchte trotzdem dem Aufruf des Königs zur Abfassung einer Historie von Sulzschneid nachkommen.

Das Pfarrdorf Sulzscheid ist sehr alt und existierte nach einigen beym königl. Landgerichte Oberdorf vorliegenden fast unlesbaren Akten und nach der Diözesan-Geschichte Augsburgs, schon im elften Jahrhundert, als Filialort der von St. Mang ungefähr im Jahr 736 gegründeten Pfarrey Oberdorf im ehemaligen Thintgau gelegen. Die ursprüngliche Benennung von Sulzschneid war laut uralter Akten -Sulzenschnitt- auch Sulzschned & im vierzehnten Jahrhundert Sulzschniid.8

Zur Namensherkunft schreibt Lechner:

Die Benennung dieses Ortes mag ihren Ursprung von den alten waidmännischen Worten -Sulz oder Sulzen- haben, einer Anstalt, durch welche dem Hochwilde die Sulzlecke bereitet wird- Dies wird um so wahrscheinlicher, da Sulzschneid eine hohe Lage hat und nach allen Richtungen hin auch jetzt noch mit dichten und großen Waldungen umgeben ist; weßwegen die Gegend für die Jagd und Höckung des Wildes durch Sulzanstalten, zu früheren Zeiten sehr geeignet gewesen seyn muß. Sulzschneid war auch wirklich in den letzten Jahrhunderten die Hauptjagdrevier der Fürstbischöfe von Augsburg- und obgleich in neueren Zeiten das Hochwild allenthalben Jahr vermindert wurde, so ist es doch noch in den Umgebungen von Sulzschneid in ziemlich großer Anzahl anzutreffen – indem sich im ganzen Oberdonaukreiß mit Ausnahme des Kemptenwaldes nirgends eine so lange und breite Waldverkettung findet, als in der Umgebung v. Sulzschneid.

Interssant ist dabei, dass diese Argumentation auch von Wilhelm Fischer aufgegriffen wird9 und ethymologisch begründet wird,10 aber in späteren Publikationen nicht mehr auftaucht.,1112

Bereits in dieser Beschreibung wird auf die Bedeutung von Sulzschneid als sehr waldreiches Gebiet und als uraltes Jagdgebiet der Bischöfe hingewiesen. Das große zusammenhängende Wald- (und Moor)-Gebiet begründet auch heute die ökologische Bedeutung von Sulzschneid und dem Sulzschneider Forst []. Die lange Anwesenheit von Rotwild zeigt sich nicht zuletzt in der politschen Bedeutung, die der Sulzschneider Forst noch in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts hatte. Franz Josef Strauß persönlich setzte sich gegen den kompletten Abschuss des Rotwilds im Sulzschneider Forsts ein, der von den Naturschützern gefordert wurde. Dieser Skandal wurde sogar im Spiegel groß puliziert.13

Zur Popularität der Bezeichnung Klein-Tirol erwähnt Lechner:

Sulzschneid ist in der ganzen Umgegend unter dem Afternamen [?] – das kleine Tyrol bekannt, so zwar, daß man auf die Frage: wo gehst du hin? die gar nicht befremdende Antwort erhält- ins Tyrol – ins kleine Tyrol. Den Ursprungdieser Afterbenennung [?] wollen Einige von den rauhen und kalten Klima , von der veldigen Umgebung und den charakteristischen Eigenschaften der Bewohner Sulzschneids herleiten; allein nach der Tradition und einigen in den Pfarrakten aufgezeichneten Bemerkungen leitet sich diese Benennung aus nachstehendem Umstande her. Zur Zeit der unglücklichen Pest, welche in einem großen Theile Deutschlands und vorzüglich im Allgäu vom Jahr 1634 bis 1640 wütete, soll Sulzschneid fast ganz ausgestorben seyn. Der damalige Pfarrer Adam Nigg starb selbst an den Folgen des Pestübels und nach ihm blieb die Pfarrey längere Zeit unbesetzt und wurde von den benachbarten Pfarreien Stetten und Seeg bis zum Jahr 1660 versehen. Nach aufgehörter Pest sollen Tyroler aus dem Lechthale sich in Sulzschneid eingekauft und niedergelassen haben- wodurch der After- [?]name /: das kleine Tyrol : entstand. Die Wahrscheinlichkeit dieser Herleitung begründen die besonderen Eigenthümlichkeiten der Bewohner Sulzschneids, in Sprache und Kleidung, wodurch sich dieselbe noch vor 20 Jahren und zum Theile auch jetzt noch von den Bewohnern der Umgebung auffallend unterscheiden, und die in den Pfarrbüchern vom Jahre 1660 an verzeichneten Familiennamen, welche mit vielen jetzt noch im Lechthale existierenden Familiennamen gleichlautend sind14.

Lechner weist auf die “besonderen Eigenthümlichkeiten in Sprache und Kleidung”, wodurch sich die Sulzschneider von den Bewohnern der Umgebung “auffallend unterscheiden”.

Über Klima und Wirtschaft schreibt Lechner:

Das Klima und die Fruchtbarkeit von Sulzschneid ist auffallend von dem Klima der Umgegend verschieden. Die Luft ist rauher, der Winter heftiger und andauernder als in der ganzen Umgebung. Wenn im Frühjahre auf den Fluren von Oberdorf, Stetten, und Leuterschach schon die Vegetation beginnt, sind die Gefilde von Sulzschneid nicht selten noch mit Schnee bedeckt,welches in der hohen Lage und in den dichten Waldungen und Mösern, von welchen es umgeben ist, seinen Grund haben mag. Auch die Vegetation überhaupt ist langsamer und das Reifen der Früchte tritt später ein als in der Umgegend. Die Früchte stehen anscheinend, dem Halme nach schöner als in der Umgebung, sind jedoch viel weniger ergiebig sowohl in betref der Quantität als auch der Qualität. Dafür ist der Bewohner in Sulzschneid in etwas dadurch entschädigt – dass sich die Früchte überhaupt, insbesondere der Haber als vorzügliches Samenkorn bewähren und deßwegen von den Bewohnern der Umgegend größtentheils als Samenkorn das Schäffl nur ein bis zwey Gulden theurer als nach dem gewöhnlichen Schrannenpreiße, aufgekauft werden. Das vorzüglichste und ergiebigste Erzeugnis der Gemeindeflur ist der Flachs, welcher in größerer Quantität und besserer Qualität als selbst im Unterland gebaut wird. Der Flachshandel und die Spinnerey, welche vorzüglich von allen Bewohnern ohne Unterschied des Geschlechts im Winter stark getrieben wird, nebst Holz und Kohlenhandel, bilden die Hauptnahrungszweige der Gemeinde. Sulzschneid hat auch eine ziemlich gute Hornviehzucht und vorzügliche Pferdezucht. Es werden in der kleinen Gemeinde nach dem jährlichen Durchschnitte fünfzehn bis achtzehn Pferde gezogen; nur ist zu bedauern, daß die Einwohner der Gemeinde für Veredlung der Pferdezucht zur Zeit noch so wenig Sinn und Eifer besitzen, welches in der zu weiten Entfernung der Stadt Kempten, wo die Königl. Beschälanstalt besteht, und in dem Aufwand und Versäumniß, welche das Hinreiten der Mutterpferde nach Kempten verursachen, seinen Grund haben mag.

Lechner betont vor allem die hohe Qualität des Flachses und des Getreides sowie die Pferdezucht als Besonderheiten der Gemeinde.

Ziel der Aufzeichnungen Lechners sollte es nach dem Aufruf des Fürsten von Oettingen-Wallerstein, Präsident der Kammer des Inneren der Königlichen Regierung des Oberdonau-Kreises15 sein,

damit nebst den königlichen Administrativ- und Bau-Behörden auch der gesamte Clerus, die Gesamtheit der Communal-Beamten jeder Cathegorie, und überhaupt jeder für National-Ruhm und National-Interessen empfängliche Bewohner des Kreises — unterrichtet von den höhern Tendenzen der Verfügung, — an dem wahrhaft patriotischen Beginnen Antheil zu nehmen Vermöge.

Die erklärte Absicht Seiner Majestät des Königs ist, die Behelfe der vaterländischen Geschichte, insbesondere die Belege der vaterländischen Kunst-Geschichte zu Lichte gefördert, den artistischen Reichthum der Monarchie in Evidenz gestellt, jedem Orte die Ueberlieferungen seiner Vorältern, und die künstlerischen sowohl als sonstigen Urkunden seiner Vergangenheit bewährt, und alle jene Objekte vor Beschädigung oder Untergange gesichert zu wissen, welche in irgend einer historischen oder artistischen Beziehung eine Art von Werth, sey es für Kunst und Wissenschaft und deren Geschichte überhaupt, sey es für das Königreich insbesondere, oder für die Lokalität einzelner Distrikte und Orte behaupten.

Jeder Beitrag wird dankbar angenommen werden, und die unterzeichnete Regierung wird ihren Stolz darin finden, in dem bei diesem Anlasse kundwerdenden Eifer einen neuen Beweis der die Angehörigen des Ober-Donau-Kreises betreffenden trefflichen Gesinnung ihres Cultur-Grades, und ihres geläuterten Sinnes für alles wahrhaft Edle, Gute und Patriotische anerkennen und zur Anzeige bringen zu können.

Vorausgegangen war ein Gutachten von Innenminister Eduard von Schenk vom 11. April 1927, in dem er dem König empfahl:

Das historische Studium hat seit dem Befreiungskriege mit der wiederhergestellten Würde des deutschen Namens unverkennbar einen ungemeinen Aufschwung genommen. Nach einem langen Vandalismus ist die gebührende Sorgfalt für die Überreste der deutschen Vorwelt wieder erwacht und das richtige Gefühl ist ziemlich herrschend geworden: Daß die Historie ein spezifisches Gegengewicht wider revolutionäre Neuerung und gegen ungeduldiges Experimentieren sey, – wer eine Sinn ernst und würdig auf die Vergangenheit richte, sey nicht zu fürchten in der Gegenwart – und es gebe kein kräftigeres Bindmittel zwischen Volk und Dynastie als eine recht nationale Geschichte16, zitiert in17

König Ludwig I. erlies daraufhin bereits am 29. Mai 1827 aus der Villa Colombella bei Peruga einen Kabinettsbefehl an das Innenministerium, in dem es heißt:

Da wir schon mehrmals mit Bedauern bemerkt haben, daß den in unserem Reiche zerstreuten architektonischen, plastischen und anderen Denkmalen der Vorzeit von Seite der öffentlichen Behörden nicht dieerforderliche Aufmerksamkeit gewidmet und hiedurch viele historisch oder artistisch wichtige Überreste früherer Jahrhunderte zerstört oder verwahrlost worden sind, Wir aber die Erhaltung solcher Denkmale zur Belebung des Nationalgeistes, zum Studium der vaterländischen Geschichte und zur Verbreitung der Kunde derselben unter dem Volk für vorzüglich wichtig erachten, sämtlichen Kreisregierungen diese Unsere Willensmeynung zu eröffnen, und dieselben anzuweisen,……….18

1830 gründete Ludwig I. in allen 8 Kreisen des Königreichs Bayern historische Vereine,19 um die regionale Geschichte und Kulur jedes Kreises wieder zu beleben, nachdem zuvor, vor allem durch Montgelas, versucht worden war, einen sehr zentralistischen Staat zu etablieren.

In wieweit Lechner diesem Ansinnen entsprochen hat, bleibt dem Leser selbst überlassen.

3.4 Ludwig Fischer’s Fischeriana 1870-188020

In Ludwig Fischer’s weitschweifigen Konvolut findet sich im Band 3.2 ein 29-seitiges Kapitel über Sulzschneid, weitere Bemerkungen über Sulzschneid sind über die mehr als 50 Bände seiner Fischeriana verstreut. Im Kapitel über Sulzschneid finden sich einige wenige Wertungen über den Ort: So beschreibt er ca. 1870 bis 1880 den Ausblick von der Kappel, der ehemaligen Pfarrkirche von Sulzschneid folgendermassen:

Man hat hier eine köstliche Landschaft vor sich; das Hochgebirge vom Grünten bis zum Heimgarten; den Sulzberg, Seekele u. Auerberg, den schön bewaldeten Rücken, der von Heggen südlich streckt. Hier athmet Alles Ruhe u. Frieden, der durch keinen Lärm des Tages gestört wird.

Weiter unten beschreibt er die Aussicht von der neuen Pfarrkirche:

Die Aussicht vom Thurme aus nach Süd u. Ost (auch Südwest) ist prachtvoll.

Ludig Fischer war sehr an Geschichte, Leben und Kultur seiner Wahlheimat interessiert und sammelte alles, was er finden konnte, um es vor dem einbrechenden Industriezeitalter zu retten. Leider wurden die Aufzeichnungen Ludwig Fischers weder von ihm selbst noch von anderen publiziert.

3.5 Franz Ludwig Baumann 1892

Franz Ludwig Baumann publizierte 1892 im Allgäuer Geschichtsfeund, das vom Allgäuer Altertumsverein in Kempten herausgegeben wurde, einen Artikel “Zur Geschichte der Herrschaft Sulzschneid”21, genauer, den Gantanschlag von 1612, der die Basis zur Versteigerung der Vogtei Sulzschneid bildete. Er liefert folgende Begründung für seine Publikation:

…ich glaubte, denselben hier veröffentlichen zu sollen, weil er uns eine kleine, aber mit voller Landeshoheit ausgestattete Herrschaft mit all ihren Rechten und Erträgnissen vor Augen stellt, und weil er durch seine genauen Angaben über den Preis verschiedener Grundstücke und Bodenerzeugnisse einen wichtigen Beitrag zur Kenntniß des Geldwerthes in unserer Gegend vor dem dreißigjährigen Kriege darbietet.

Er betrachte somit die Vogtei Sulzschneid aus herrschaftsgeschichtlicher als auch aus wirtschaftsgeschichtlichen Perspektive.

3.6 Pfarrer Heinrich Edel 1905

Ähnlich wie Ludwig Fischer eine Generation vor ihm äußerte sich Pfarrer Edel in der Einleitung zu seine Chronik von Sulzschneid mit dem Titel “Beiträge zur Geschichte von Sulzschneid”, die 1905 von Christian Frank22 in der Bibliothek für Volks- und Heimatkunde im Rahmen der Zeitschrift “Deutsche Gaue Deutsche Gaue – Zeitschrift für Heimatforschung und Heimatkunde” in Kaufbeuren publiziert wurde:23

Fernab vom Weltgetriebe, unberührt vom Benzingeruch luftver­pestender Automobile liegt inmitten prächtiger Wälder und Fluren das freundliche Pfarrdorf Sulzschneid

Über seine Beweggründe kann nur spekuliert werden, aber vielleicht stand er in Kontakt zu Christian Frank, der viel Energie in die von ihm gegründete Zeitschrift steckte und Edel animierte, eine Chronik von Sulzschneid zu verfassen. In diesem Zusammenhang sei auch auf Franks polititsches Abdriften in nationalsozialistisches Gedankengut vor allem nach dem 1. Weltkrieg hingewiesen, dieses wurde in den letzten Jahren in Kaufbeuren intensiv aufgearbeitet24.

zur politischen Topographie schreibt Edel:

welches zusammen mit den zur Pfarrei Oberdorf gehörigen Filialen Balteratsried und Humratsried eine politische (und Schul-) Gemeinde bildet. Sulzschneid gehört nach kirchlicher Einteilung zum Landkapitel Oberdorf, Diözese Augsburg, nach staatlicher zum Bezirksamt (Distrikt) und Amtsgericht Oberdorf.

Zur Verkehrs- und Landschafts-Topographie schreibt Edel:

Nachbarpfarreien sind: Lengenwang (1 Std.), Markt Oberdorf ( 1,5 Std.) und Stötten a. A. (1 Std .); die nächsten Bahnstationen: Balteratsried (30 Min. an der Linie Kaufbeuren-Füssen) und Rieder (35 M in. an der Linie Markt Oberdorf-Lechbruck). Eine kgl. Postagentur befindet sich seit dem Ja h re 1903 im Orte selbst. Sulzschneid ist auch der Sitz eines kgl. Forstamtes mit sehr weit ausgedehntem und schönem Bezirk.

Sulzschneid ist also ein Rode­ort, seine Feldflur ein ausgerodeter Waldboden, uneben und teilweise sumpfig, von Wäldern und Torfmooren eingefaßt. Bei der hohen Lage (785 m über dem Meer) ist darum das Klima ziemlich rauh.

Zur Namensherkunft schreibt Edel:

Nach einigen soll dies der Grund sein, warum Sulzschneid den Spitznamen „Kleintyrol“ führt.Die Bolkssage berichtet aber, daß zur Zeit der Pest (1634—36) Sulzichneid fast ganz ausgestorben sei und daß dann später Fremde, namentlich Tyroler aus dem Lechtale sich hier niedergelassen haben. F ü r die Wahrscheinlichkeit dieser Angabe sollen auch die Um­stände sprechen, daß später in den Psarrbüchern ausgeführte Namen mit vielen jetzt noch im Throl existierenden Namen gleichlautend seien und daß sich die Bewohner Sulzschneids noch vor ungefähr hundert Jahren durch besondere Eigentümlichkeiten vorzüglich in der Kleidung von ihren Nachbaren unterschieden haben….Die einfachste Erklärung des Namens „Tyroler“ für Sulz­schneider wird jedoch in der Vereinigung der Vogtei Sulzschneid mit der Herrschaft Vils unter den Herrn von Hohenegg zu finden sein.

Zur Sozialstruktur des Ortes schreibt Edel:

Die Bevölkerung beschäftigt sich hauptsächlich mit Landwirtschaft (Viehzucht, Milchwirtschaft, 2 Käsküchen; doch wird auch Getreide und namentlich Flachs gebaut); von Handwerkern finden wir: Schreiner, Schäffler, Wagner, Schmied, Maurer, Schneider, Schuhmacher, Bäcker, Metzger; andere treiben Pferde-, Ochsen- und Kälberhandel; endlich gibt es noch 2 Krämereien und 2 Gastwirtschaften.

Zur Entstehung der Pfarrei bemerkt Edel:

In jenen Zeiten habe, schreibt Pfarrer Ritzler, der Brauch bestanden, daß in der Pfarrkirche zu Oberdorf nicht zum Gottesdienst geläutet worden sei, bis ein gewisser M nn von Sulzschneid jedesmal auf einem Schimmel reitend (wahrscheinlich um ihn sogleich auch etwas ferne erkennen zu können) Oberdorf nahe gewesen sei; zugleich habe dieser Mann jedesmal einen Leib Brot mitbringen müssen. Dieser (kann habe seine Behausung im Walde (Welzanger) ganz an der südöstlichen Grenze Sulzschneids gehabt. Doch kann dies nicht als Wahrheit verbürgt werden.25

Die gleichen Gründe, welche für die Auspfarrung von Wald bestimmend gewesen waren, nämlich weite Entfernung von der Pfarrkirche und ein zur Winterszeit infolge der Schneewehen oft un­gangbarer Weg, mußten auch für Sulzschneid eine Trennung von Oberdorf wünschenswert erscheinen lassen. I m Ja h re 1527 ungefähr wurde denn auch Sulzschneid durch Bischof Christoph Freiherr von Stadion (1517—1543) von Oberdorf abgetrennt und zu einer selbständigen Pfarrei erhoben. Die Urkunde hierüber konnte aber bereits im Jahre 1791 weder in Augsburg, noch hier, noch in Oberdorf, noch bei den Dekanatsakten gesunden werden.

Zum Kirchbau berichtet Edel:

Interessant ist, was Pfarrer Mayr die Zehrungen beim Bau betreffend berichtet: „Weilen das Dorf Sulzschneid klein und mit wenigem Fahrzeug versehen, darumb allein die benöthigte Baumaterialien beyzuführen nit im stand, als hat man in der lieben Nachbarschaft mit Dienstführen beygeholfen, auch weil anhero so arm im Dorf, daß sie auch viel Tag kein Stücklein Brot im Haus gehabt und ohne Brot einen ganzen Tag zu arbeiten die Leibeskräften nit zugelassen, also ist solchen für den Tag nemblich den Männern um 3, denen Münderen aber umb 2 kr. Brot gereicht worden.26

Zum Schulunterricht 1810 berichtet Edel:

Die Schule wird hier noch meistenteils nach alter Art gehalten, weil die neue wegen der kleinen Schulstuben und anderen Bedürfnissen nicht wohl könnte eingeführt werden. Der Anfang bei der Werktagswinterschule wurde gemacht im Dezember und dauerte bis April, Zahl der Schüler 31; die Feiertagsschule fing an nach Ostern und dauerte bisher (19. August), Zahl der Schüler 9, der Schülerinnen 18. Singschule wurde keine gehalten, weil keine Schüler in solche kamen27.

Für 1833 wird berichtet:

1833: Der bayerische Lehrplan von 180628 wird genau einge­halten. In der Feiertagsschule werden die Jünglinge von 12—2 Uhr,die Mädchen von 3 – 5 Uhr unterrichtet.

Interessant ist der bayerische Lehrplan von 1806, der einen guten Einblick in die Bildungsziele dieser Zeit ermöglicht.

Sozialgeschichte des Dorfes: Bauern und Söldner 1629 (Zehntbuch)29

Im Jahre 1629 waren laut Zehntbuch (s.o) hier angesessen:

21 Bauern: – Adam Jäger – Bläst Enderle – Bläsi Bosch – Christa Jäger – Christa Weber – Enderle Holzmann – Enderle Osterriedt – Hans Enderle der Jung – Hans Geißenhoff – Hans Weiß – Mang Waltmann – Matheiß Wachter – Matheiß Weber – Michel Bracht – Michel Enderle – Narziß Hirzel, Wirt – Othmar Enderle – Othmar Holzmann – Peter Buecher – Peter Weiß – Thomas Beckh

35 Söldner – Adam Leser (?) – Bläsi Enderle der Alt – Bläsi Weiß – Georg Merz – Georg Weicher – Georg Miller – Hans Enderaß, Weber – Hans Enderle, Maurer, – Hans Kloz – Hans Mair Enderaß – Hans Schmidt – Hans Setele , Schmid, – Maria Bracht – Martin Luz, Amann – Marx Weber, Schmidt – Matheiß Schott – Matheiß Weber – Michel Mair Enderaß – Michel Weinbecker, – Niklaus Berkhmiller – Peter Bracht – Peter Windt – Enderle Setele – Christian Doser – Hans Erhard – Barbara Schmid – Georg Weber – Margaretha Miller, Witib – Appolonia Reisach, Witib – Endraß Schmidt, Maurer – Matheiß Erhart – Hans Buecher – Hans Haim – Kaspar Reichart – Michel Beckh.

Nach den Schreckensjahren der Pest und des Schwedenkrieges finden wir folgende 17 Zehntholden: – Marx Luz – Michel Bracht – Christa Schneller – Endraß Waltmann , der Besitzer von Othmar Enderles Gut – Hans Weiß – Matheiß Holzmann – Anna Buecher, Witib – Georg Selb – Oswald Scharpf – Georg Scharpf, Mesner – Hans Schneller – Georg Setele, Schneider – Hans Merz – Eva Osterried – Hans Buecher – Martin Enzensperg, ledig, – sodann Enderle Meichelböckh zu Oberdorf.

Es sind also nur 9 Familiennamen, welche über die Zeit des dreißigjährigen Krieges hinaufreichen, und von diesen sind seither weitere sieben verschwunden und geblieben nur die zwei: Bracht und Settele.

Zur Quellenlage und Finanzierung bemerkt Edel:

die vorliegenden Beiträge zur Geschichte von Sulzschneid wurden von mir größtenteils aus dem Pfarr- und Gemeindearchiv ge­sammelt. Für die Geschichte der Vogtei Sulzschneid und der Herren von Hohenegg wurde auch beigezogen, was hierüber Dr. F. L. Baumann bietet in seiner „Geschichte des Allgäus“ (Zitationsweise: B. A.). Dank gebührt ferner H. H. Kurat Frank, Kaufbeuren, für Überlassung der Auszeichnungen des Landrichters Fischer und vorzüglich H. H. Geistl. Rat Baumann, Markt Oberdorf, dessen Werk „Der Markt Oberdorf“, soweit es einschlägiges Material enthielt (Zitatitionsweise: B. O.) be­nützt wurde, und welcher als ehemaliger Pfarrer von Sulzschneid viele Auszeichnungen, Notizen und Abschriften, die schätzenswerte Beiträge lieferten, gesammelt und im Pfarrarchiv hinterlegt hat. Herr Joseph Geiger, Großhändler in Markt Oberdorf, Reichs- und Landtagsabgeordneter, ist seit 25 Jahren Milchkäuser dahier in Sulz­schneid. Aus diesem Anlaß hat derselbe der hiesigen Käsereigenossenschaft die Gabe von 100 M . überwiesen, welche von den Genossenschafts­mitgliedern in anerkennenswertester Weise zur Aufbringung der Kostenfür die Drucklegung dieser Beiträge bestimmt wurden30

3.7 Steichele-Schröder 1906-1910

Alfred Schröder verfasste die bis dato ausführlichste historische Beschreibung von Sulzschneid in einem größeren Zusammenhang.31 Dies ist nicht zufällig so, da es das Anliegen des von Antonius von Steichele gegründeten Werkes “Das Bistum Augsburg, historisch und statistisch beschrieben” war, “jedem noch so kleinen Dorf seinen historischen Platz” in der Kirchengeschichte zuzuweisen, wie Martin Steber resummiert32. Darüberhinaus wollte Schröder diesen Platz auch in der regionalen Herrschaftsgeschichte nicht nur im Rahmen des Bistums, sondern auch innerhalb der “politischen” Region Bayerisch-Schwaben zuweisen33.

Zu Sulzschneid schreibt er:

Pfarrei Sulzschneid, 335 Seelen Bischöfliche Kollatur

Dorf, 335 Seelen, 61 Häuser, an einer Vizinalstraße, 1/2 Stunde von den Bahnstationen Baltratsried und Rieder entfernt, 61/2 km südöstlich von Marktoberdorf; in einiger Entfernung vom Orte ringsum Wald und Mos. Sitz eines Königlichen Forstamtes.34

Das wichtigste ist zunächst die Anzahl an Seelen und die Tatsache, dass das Bistum Augsburg das Recht hat, die Pfarrstelle zu besetzen (Kollationsrecht),d.h. Sulzschneid ist klar dem Bistum Augsburg zu- und untergeordnet.

Als Charakteristika werden die Lage zu den Bahnstationen und zu Marktoberdorf, das Forstamt und die Umrandung mit Wald und Mos genannt, d.h. die Bedeutung von Wald in geographischer, wirtschaftlicher und damit auch in toponomastischer Hinsicht.

Interessant ist auch, dass Schröder wie Edel die Entfernungen nicht in km, sondern in Fußstrecke angibt, die Raumvorstellung als bis ins 20 Jhd. nicht abstrakt geographisch, sondern in Bezug auf den Menschen funktional angegeben wird (wie heute noch bei Wanderwegen).

3.8 Brauchtumsumfrage 190835

1908, also nahezu zeitgleich startet der “Bayerische Verein für Volkskunst und Vokskunde”, der erst zwei jahre zuvor gegründet in München wurde, einen Aufruf zu einer Brauchtumsumfrage in seiner Zeitschrift “Volkskunst und Volkskunde”. Interessant ist, dass Gerhard Will1, der die Umfrage 1991 editiert hat, in seiner Einleitung berichtet, dass ein Vorläufer dieser Umfrage im jahr 1902 von Christian Frank36, der bei Wilhelm Heinrich Riehl in München studierte, in Kaufbeuren durchgeführt wurde37, in dessen “Deutsche Gaue” Edel seine Chronik publiziert hatte.

Während im Physikatsbericht von 1860 nach Peter Fassl die Zielsetzung vor allem eine “medizinisch-topographische und ethnographische Beschreibung” des Landes war,38 siehe Aufruf im Ärztlichen Intelligenzblatt vom 1. Mai 1858,39 hat die Brauchtumsumfrage eine ganz andere politische Motivation:

Der Wert der Volkskunde wird jetzt überall eingesehen, im Volk bewahrt sich viele alte und sinnvolle Sitte, die sonst dem Untergang verfiel, und die Volkskunde kann im Unterricht überall Segen stiften, sie kann den Kindern den Sinn für die Heimat und ihre nächste Umgebung wecken und sie schafft auch das rechte Verständnis und die rechte Liebe zur Heimat.

Abdruck in40 Nach Fassl41ist das seit Ludwig I. durchgende Ziel der Stärkung der Volks- und Heimatkunde eine “Belebung des Nationalgeistes”[], der die Integration der neubayerischen Gebietsteile in das Königreich fördern soll.

3.9 Alfred Weitnauer 1941

Alfred Weitnauer (1905-1974) editierte 1941 in der Reihe “Allgäuer Heimatbücher – Alte Allgäuer Geschlechter” die Erbhuldigung des Hochstifts Augsburg von 1650 unter dem Titel: “Die Bevölkerung des Hochstifts Augsburg im Jahre 1650.”42 Er widmete seinen Band dem “Vorkämpfer deutscher Heimatforschung” Christian Frank. In der Einleitung begründet er diese Herausgabe damit, dass sie “eine Generalbilanz des 30jährigen Krieges für das Gebiet des Hochfürsts Augsburg” darstellt.43 Dass dieser Bericht unter dem Label Allgäuer Heimatbücher erscheint, begründet Weitnauer damit, dass dies zwar geographisch falsch sei,

aber es ist vielleicht doch ganz gut, man gewöhnt sich allmählich an die Tatsache, daß das erst vor wenigen Jahrzehnten von Oberbürgermeister Dr. Merkt wieder entdeckte und wieder erweckte “Allgäu” schon in mancher Beziehung den übrigen Schwaben den Rank abgelaufen hat und diesen Vorsprung zu Ehr und Vorteil aller Schwaben ausnützen will44

Außerdem druckt Weitnauer in diesem Band einen Brief des Bischofs von Augsburg von 1635 an den Papst in Rom ab, die die Gräueltaten des 30jährigen Krieges eindrücklich schildert. Weitnauer begründet dies folgendermassen:

Wenn wir diesen Brief des Augsburger Bischofs an den Papst in Rom lesen, dann wird es uns klar, daß all die geschilderten Leiden und Gewalttaten nichts anderes waren als schmerzhafte Begleiterscheinungen einer tieferliegenden seelischen und geistigen Krankheit des deutschen Volkes von damals………..Das Wohlleben des 16. Jhd. hatte das nationale und völkische Zusammengehörigkeitsgefühl der deutschen Stämme und Stände verkümmern lassen…Man fand nicht mehr zurück zu der uns Menschen von heute so selbstverständlich dünkenden Erkenntnis von der notwendigen großen deutschen Volksgemeinschaft….Das Ausland tat das Seinige, um das deutsche Volk im Bruderhaß zu verfestigen…..So musste es denn enden, wie es geendet hat. Zweidrittel aller Deutschen, 12 Millionen von insgesamt 18 Millionen, haben für diesen 30jährigen Selbstmord der Nation ihr Leben gelassen.45

Weitnauer will mit der Publikation zum einen die Vorreiterrolle des Allgäus in der Heimatforschung in Schwaben als auch die Notwendigkeit der Einheit des deutschen Volkes vor Augen führen.

Die Publikation wurde 1941 in der Reihe “Alte Allgäuer Geschlechter” publiziert, deren Ziel es laut Gauheimatpfleger Bartholomäus Eberl war, eine umfassende “Landesbeschreibung” des Gaus mittels einer “vollständigen Neuaufnahme” des “heimatkundklichen Materials” zu erstellen, zitiert nach.46 Dazu wurde Alfred Weitnauer für das Allgäu betraut, Burgställe, Ruinen und Archivquellen zu sammeln. Alfred Weitnauer war zweiter Gauheimatpfleger und seit 1935 Gauvolkstumswart der NSKG (Nationalsozialistische Kulturgemeinde)47, unter anderem setzte er sich dafür ein, einen eigenen “Reichsgau Schwaben” zu etablieren..48 1937 trat er auf Drängen von Otto Merkt und Bartholomäus Eberls in die NSDAP ein, wurde daraufhin ins unbefristete Beamtenverhältnis übernommen und zum “Heimatpfleger” ernannt49. Er gab die Zeitschrift “Das schöne Allgäu” heraus, die für den Fremdenverkehr herausgegeben wurde und von 1934-1943 existierte. Zudem trat er erfolgreich im “Schwabensender” auf,50 den Weitnauer vor allem dazu nutzte, das Vordringen “oberbayerischer” Volkskultur zu verhindern51. (Man fühlt sich an diese Diskussion erinnert, wenn man den Sender RSA Ostallgäu hört).

3.10 Claudia Eisinger-Schmid 1982

Claudia Eisinger-Schmid betitelte ihre Dissertation von 1982, die den Band Marktoberdorf des historischen Atlas von Bayern bildet, mit

Herrschaftsentwicklung und Herrschaftsstrukturen im östlichen Allgäu beiderseits der Wertach52

In der Einleitung schreibt sie:

Das historische Interesse an diesem Gebiet des ehemaligen Landkreises Markt­oberdorf, das als Spätsiedellandschaft bis zum Beginn der extensiven Rodungstätigkeit im 12. und 13 .Jahrhundert noch von dichten Urwäldern bedeckt war, ist gerichtet auf die Herausbildung und Entwicklung von Herrschaft im Untersuchungsraum; dabei bietet sich hier die Möglichkeit, Methoden und Formen des Herrschaftsaufbaues und der Herrschaftssicherung der beiden dominierenden Herrschaftststräger westlich und östlich der Wertach zu vergleichen. Die geogra­phischen und klimatischen Besonderheiten des Gebietes, die eine “natürliche” Besiedlung erschwerten und die bäuerliche Ökonomie der Frühzeit vor allem auf Graswirtschaft und Viehhaltung beschränkten, setzten zwar dem Handlungsspielraum der verschiedenen politischen Kräfte Grenzen, sie können aber auch als Beweis dafür gelten, daß dort, wo die politische und militärische Strategie der jeweiligen Herrschaftsträger es als notwendig erachtete, natürliche Hemmnisse überwunden wurden.53

Über die Vogtei Sulzschneid fasst sie zusammen: > Die Vogtei Sulzschneid als eine über lange Zeit vom Hochstift Augsburg unabhängige Vogtei über zunächst freie Leute auf eigenen Gütem vervollständigt das Bild des herrschaftlichen Wandels von einer Reichspfandschaft zu einer vom Vogteiinhaber allodifizierten Herrschaft, von der Freiheit der Bauern auf eigenen Gütern zur Leibeigenschaft und Grundhörigkeit. Vom Reich als Pfand oder Lehen vergeben, ist die Vogtei ein leib- und gerichtsherrliches Instrumentarium, das auch zum Zwecke des Grunderwerbes aus bäuerlicher Hand eingesetzt wird und aus welchem sich seit dem 15. und 16.Jahrhundert auch in kleinem Maßsstab Herrschaften mit allen Merkmalen der Landeshoheit entwickeln lassen.

Knapp 80 Jahre und 2 Weltkriege später wird keine Hohelied mehr auf die Hohenegger gesungen, sondern werden im Gegenteil sehr kritisch die Mechanismen der Herrschaftserlangung über freie Sulzschneider Bauern durch dieses Adelsgeschlecht analysiert.

3.11 Spindler 2001

Im Handbuch der Bayerischen Geschichte von 2001 interessiert sich Pankraz Fried vor allem für die rechtliche Stellung und die Leistung der Bauern im Mittelalter, also zur Zeit der ersten Erwähnung Sulzschneids, wobei die Hoheitsverhältnisse in Sulzschneid “verwickelt waren”:

Verwickelt waren die Hoheitsverhältnisse der Vogteien über die freien Leute in Bidingen und der Rodungssiedlung Sulzschneid……Inwiewit die freien Bauern des Allgäus, die in beträchtlicher Zahl im westlichen und östlichen Allgäu, im oberen Illertal, in der später besiedelten Landschaft um Ebersbach und bei Obergünzburg und auch im Klosterstaat Ottobeuren saßen, Königszinser der Karolingerzeit oder Rodungsfreie des hohen Mittelalters, das sind Rodungsbauern mit freiem Leiherecht, waren, ist kaum mehr eindeutig zu entscheiden. Beide, karolingische Königszinser und staufische Rodungsfreie, verloren später vielfach ihre Sonderrechte; ihre Güter wurden Erblehen, insbesonders im stiftskemptischen Territorium, während sie in den Vogteien Sulzschneid, Bidingen und Bertoldshofen-Oberdorf in großem Umfang in Eigenbesitz der Bauern blieben.54

Zusammenfassend stellt Fried fest:

Die binnenkolonisatorische Arbeit der ostschwäbischen Bevölkerung im Mittelalter ist sicher gewaltig gewesen. Sie gehört mit zu den Hauptleistungen des schwäbischen Bauerntums, das seit der Landnahmezeit die tragende Schicht der politischen Ordnungsformen war.

Hier wird als erstmals die Leistung der “freien” Bauern untersucht und gewürdigt.

4 Wichtiges aus der Brauchtumsumfrage

4.0.1 Sozialstruktur: Verwandte

Namengebung Der erstgeborene Knabe erhält den Namen des Paten, das erstgeborene Mädchen den der Patin, während die nächstfolgenden Kinder nach den Eltern od. Großeltern, Tanten u. Onkels eeu. wenn diese alle daran waren, oft auch nach dem Pfarrgeistlichen getauft werden.

Werbung. Der Anfang der Werbung wird damit gemacht, daß sich der künf­tige Bräutigam seine Ausersehene von deren Eltern zu einer öffentlichen Tanzmusik (Kirchweih, Fastnacht) erbittet. Diese Bewilligung erhält er dann, wenn die Eltern annehmen dürfen, daß ihre Tochter eine ihren Verhältnissen entsprechende „gute Heirat“ machen kann. Soll es dann damit ernst werden, so erklären die Beiden: „Vater, Mutter, wir wollen heiraten!“Die Paten werden aus der Verwandtschaft genommen.

Das erste Geschenk erhält die Wöchnerin nach der Taufe des Kindes von dessen Paten (Weisung genannt).

4.0.2 Nachbarn:

Die Wöchnerin wird auf dem Gange zum Vorsegnen in die Kirche von einer Nachbarin bis vor den Priester hin begleitet.

4.0.3 Eltern und Heirat:

Werbung. Der Anfang der Werbung wird damit gemacht, daß sich der künf­tige Bräutigam seine Ausersehene von deren Eltern zu einer öffentlichen Tanzmusik (Kirchweih, Fastnacht) erbittet. Diese Bewilligung erhält er dann, wenn die Eltern annehmen dürfen, daß ihre Tochter eine ihren Verhältnissen entsprechende „gute Heirat“ machen kann. Soll es dann damit ernst werden, so erklären die Beiden: „Vater, Mutter, wir wollen heiraten!“

5 Region

Peter Blickle definierte Region in seiner Rede anläßlich der Preisverleihung des Friedrich Schiedel-Wissenschaftspreises an ihn folgendermassen:

Regionen sind Erfahrungsräume, geprägt durch Brot, Speisen, Sprache, Arbeit, Fest, Religion und eine gemeinsame, in der Geschichte verankerte Erinnerung. Regionen haben keine festen Grenzen, aber harte Kerne. Das sind in der Regel die Städte und Dörfer, jene Räume der Nachbarschaft und Gesellschaft, in denen sich Menschen zuerst begegnen….Der Regionalismus bewahrt eines der knappsten Güter, die wir haben, das Gefühl der Sicherheit. (55, zitiert nach Peter Fassl56)

Demgegenüber definiert Martina Steber Region folgendermassen:

6 Migration

Sulzschneid erlebte soweit bekannt zwei große Wellen der Immigration, eine nach dem 30-jährigen Krieg, als von 50 Höfen 30 leer standen,57 da die Besitzer durch die Kriegswirren und die Pest gestorben waren. Es wird berichtet, dass zu dieser Zeit einige oder viele Bauern aus Tirol, wahrscheinlich aus dem Lechtal, nach Sulzschneid zogen um dort eine neue Existenz aufzubauen. Dazu würde passen, dass einige Namen von Sulzschneider Bauern aus dem Tirolerischen abstammen. Interessant ist, dass die Allgäuer Zeitung vom 20. Mai 1985 dieses Ereignis folgendermassen betitelte:

Die Pest entvölkerte fast den ganzen Ort – Vor dreihundert Jahren wurde Sulzschneid von den Tirolern besetzt.58

Die Immigration wird also 1985 noch als “Besetzung” bezeichnet.

DIe zweite große Immigration fand nach dem 2. Weltkrieg statt, als bis zu 300 Heimatvertriebene Bürger aus dem Sudetenland nach Sulzschneid kamen. Einige blieben dauerhaft in Sulzschneid, sodass ca. 20 neue Häuser entstanden.(Manfred Jocham)

Betrachtet man die Sozialstruktur von Sulzschneid bis ins 20. Jahrhundert, so zeigt sich, dass die Menschen, die im Dorf lebten, zu einem beträchtlichen Teil nicht dauerhaft hier lebten, sondern oft jährlich wechselten. Dies betrifft vor allem die Knechte und Mägde, die oft an Lichtmess ihre Stelle wechselten.59 Im Gegensatz zu heute fand also bis vor kurzem auch ein reger Austausch oft auch junger( oft zu junger) Menschen auch in abgelegenen Dörfern wie Sulzschneid statt. Inwieweit auch “Schwabenkinder” aus Tirol Kinderarbeit verrichten mussten, ist bis dato nicht untersucht60,61.Zusätzlich gab es die saisonale Arbeitsmigration vor allem von Maurern, Zimmerleuten und Steinmetzen aus Tirol in die umliegenden Gebiete.62

Zusätzlich gab es früher auch eine größere innerdörfliche Migration selbst in den inneren Kern jedes Haushalts, den Esstisch. Dazu steht in der Brauchtumsumfrage von 1910:

Die Armen mußten früher von Haus zu Haus umessen u. zwar je nach dem Besitze des betr. Bauern od. Söldners 1-2 Tg. od. 1 Woche. Dafür mußte der Arme, wenn er arbeitsfähig war, während des Tages im Hause od. auf dem Felde mithelfen63

Für die mittellosen Menschen gab es ein Armenhaus in Sulzschneid , das ehemalige Hs.Nr.5764.

Eine weitere Form der institutionalisierten Migration wurde die beiden bedeutenden innerörtlichen Funktionsstellen des Pfarrers und des Lehrers durchgeführt. Diese für das soziale Zusammenleben und die Zukunft zentralen Postionen wurden immer von auswärts besetzt. Dadurch, dass beide Funktionsstellen auch immer mit eine Landwirtschaft gekoppelt waren, wurden sowohl Lehrer als auch Pfarrer auch praktisch die Arbeit der einheimischen Bevölkerung verrichten. Diese Kombination von Lehre, Ethik und Praxis kann sich bei geeigneten Personen als ungemein fruchtbar erweisen. Dies zeigt exemplarisch der vielleicht etwas zu idealistisch geschriebene aber im Kern sicherlich wahre Bericht über den Lehrer Johann Babtist Julius, der nach seinem Tode 1840 in der “Quartalschrift für praktisches Schulwesen” publiziert wurde65. Auch Pfarrer Baumann beschäftigte sich zum Beispiel intensiv mit Bienenzucht66.

Diese Beispiele zeigen, dass auch ein geographisch abgelegenes Dorf wie Sulzschneid nicht nur große Einwanderungswellen erlebte und teils auch zum Überleben benötigte, sondern dass auch zentrale Funktionsstellen im Dorf immer von außen, also von Fremden Personen, besetzt wurden. Zusätzlich gab es auch in den unterbäuerlichen Schichten eine andauernde Migration und sagar die Mittellosen wurden zum eigenen Mittagstisch gebeten. Dies bedeutete natürlich nicht, dass es keine klare Trennung der verschiedenen sozialen Schichgten im Dorf gab, aber es erfolgte zumindest keine Ghettobildung.

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  3. Siegfried Laferton, „Aus Der Pflegamtsbeschreibung Des Johann Nepomuk von Schaden Band 2 (Pfarrei Marktoberdorf)“, Markoberdorfer Heimatblätter 1 (1991).
  4. Siegfried Laferton, „Aus Der Pflegamtsbeschreibung Des Johann Nepomuk von Schaden (II) Band 1“, Markoberdorfer Heimatblätter 1 (1994).
  5. Ebd., 42ff.
  6. Isidor Lechner, „Geschichtliche Notizen Über Den Ort Sulzschneid Im Königl. Landgerichte Oberdorf Und Dessen Ehemaligen Besitzern von Hohenegg“ (Stadtarchiv Augsburg Vereinsarchiv Historischer Verein Signatur 115, 1829).
  7. Ebd., 1.
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  13. „STRAUSS: Trophäen Im Kopf“, Der Spiegel, 1984, 35, Heft 24, S. 34.
  14. Lechner, „Geschichtliche Notizen Über Den Ort Sulzschneid Im Königl. Landgerichte Oberdorf Und Dessen Ehemaligen Besitzern von Hohenegg“, 4.
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  25. Edel, Beiträge zur Geschichte von Sulzschneid (Oberdorf), 11.
  26. Ebd., 19.
  27. Ebd., 25.
  28. Königlich-Baierisches Regierungsblatt (München, 1806).
  29. Edel, Beiträge zur Geschichte von Sulzschneid (Oberdorf), 29.
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  31. Anton Steichele und Alfred Schröder, Bd 7 Das Landkapitel Oberdorf, Bd. 7, Das Bistum Augsburg / Historisch und statistisch beschrieben von Anton Steichele … [Band 5 ff] fortgesetzt von Alfred Schröder (Augsburg: Schmid, 1906), 482–89.
  32. Martina Steber, Ethnische Gewissheiten: Die Ordnung Des Regionalen Im Bayerischen Schwaben Vom Kaiserreich Bis Zum NS-Regime, Bürgertum. Neue Folge : Studien zur Zivilgesellschaft, Bd. 9 (Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2010), 86.
  33. Ebd., 86.
  34. Steichele und Schröder, Bd 7 Das Landkapitel Oberdorf, 7:482.
  35. Gerhard Willi, Alltag und Brauch in Bayerisch-Schwaben: Die schwäbischen Antworten auf die Umfrage des Bayerischen Vereins für Volkskunst und Volkskunde in München von 1908/09, Veröffentlichungen der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft, Schwäbische Forschungsstelle Augsburg der Kommission für Bayerische Landesgeschichte : 10, Quellen zur historischen Volks- und Landeskunde 1 (Augsburg: Wißner, 1999).
  36. „Christian Frank (Heimatforscher)“.
  37. Willi, Alltag und Brauch in Bayerisch-Schwaben: Die schwäbischen Antworten auf die Umfrage des Bayerischen Vereins für Volkskunst und Volkskunde in München von 1908/09, ix.
  38. Gerhard Willi und Peter Fassl, Volks- und landeskundliche Beschreibungen aus den Landkreisen Unterallgäu und Ostallgäu mit Kaufbeuren: Die Physikatsberichte der Stadt- bzw. Landgerichte Mindelheim, Türkheim, Buchloe, Kaufbeuren, Obergünzburg, [Markt-]Oberdorf und Füssen (1858 1861), Schriftenreihe der Bezirksheimatpflege Schwaben zur Geschichte und Kultur 1 (Augsburg: Wißner, 2011), 8.
  39. Ärztliches Intelligenzblatt Organ Für Bayerns Staatl. u. Öffentl. Heilkunde (München [u.a.]: Finsterlin, 1858).
  40. Willi, Alltag und Brauch in Bayerisch-Schwaben: Die schwäbischen Antworten auf die Umfrage des Bayerischen Vereins für Volkskunst und Volkskunde in München von 1908/09, 2.
  41. Ebd., ix.
  42. Alfred Weitnauer, Die Bevölkerung des Hochstifts. Augsburg im Jahre 1650. (Kempten: O. Oechelhäuser, 1941).
  43. Ebd., S. VIIf.
  44. Ebd., XVII.
  45. Ebd., XVIII f.
  46. Steber, Ethnische Gewissheiten, 440.
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  48. Ebd., 329.
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  52. Claudia Eisinger-Schmidt, Historischer Atlas von Bayern Marktoberdorf, Historischer Atlas von Bayern, / in Verb. mit der Bayerischen Archivverwaltung und dem Bayerischen Landesvermessungsamt hrsg. von der Kommission für Bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (München: Kommission für bayerische Landesgeschichte, 1985), Vorwort.
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  54. Max Spindler, Geschichte Schwabens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts, 3., neubearb. Aufl., Handbuch der bayerischen Geschichte in vier Bänden (Beck, 2001), 213.
  55. Peter Blickle, „Regionalismus, Bürgergesellschaft Und Wissenschaft“, in Reden Anläßlich Der Preisverleihung 1999 Im Weber-Zunfthaus in Wangen Im Allgäu Am 4. Dezember 1999., Stiftung Friedrich Schiedel Wissenschaftspreis zur Geschichte von Oberschwaben (Ravensburg: Kulturbetrieb des Landkreises Ravensburg, 2001), 26–28.
  56. Peter Fassl, „Kulturregion – Begriff und Geschichte“, in Bayern, Schwaben und das Reich: Festschrift für Pankraz Fried zum 75. Geburtstag, hg. von Pankraz Fried u. a., Veröffentlichungen der Schwäbischen Forschungsstelle Augsburg der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften Reihe 7, Augsburger Beiträge zur Landesgeschichte Bayerisch-Schwabens 11 (Augsburg: Wißner, 2007), 401.
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  59. Willi, Alltag und Brauch in Bayerisch-Schwaben: Die schwäbischen Antworten auf die Umfrage des Bayerischen Vereins für Volkskunst und Volkskunde in München von 1908/09, 590.
  60. Stefan Zimmermann, Christine Brugger, und Bauernhaus-Museum Wolfegg, Hrsg., Die Schwabenkinder: Arbeit in der Fremde vom 17. bis 20. Jahrhundert (Ostfildern: Süddt. Verl.-Ges. im Thorbecke-Verl, 2012).
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  66. Franz Xaver Schuster, Schwabens Imkeralbum. Geschichtliches Und Biographisches Aus Dem Betriebe Der Bienenzucht Im Regierungsbezirke Schwaben Und Neuburg, 1891, 158.

 

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